WISSEN & ORIENTIERUNG
Zollglossar
Die wichtigsten Begriffe rund um Zoll und Außenhandel – übersichtlich an einem Ort.
20 von 20 Begriffen
- AAnmelder
- „Anmelder“ ist die Person, die in eigenem Namen eine Zollanmeldung, eine Anmeldung zur vorübergehenden Verwahrung, eine summarische Eingangsanmeldung, eine summarische Ausgangsanmeldung, eine Wiederausfuhranmeldung oder eine Wiederausfuhrmitteilung abgibt oder die Person, in deren Namen diese Anmeldung oder Mitteilung abgegeben wird.
- EEinfuhrabgaben
- „Einfuhrabgaben“ sind die für die Einfuhr von Waren zu entrichtenden Abgaben.
- EEORI-Nummer
- Die EORI-Nummer (Economic Operators’ Registration and Identification) dient der EU-weiten eindeutigen Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten und anderen registrierungspflichtigen Personen gegenüber den Zollbehörden. Sie wird bei Zollanmeldungen und weiteren zollrechtlichen Vorgängen verwendet, soweit die einschlägigen Vorschriften dies vorsehen.
- EErlass
- „Erlass“ ist die Befreiung von der Verpflichtung zur Entrichtung eines noch nicht entrichteten Einfuhr- oder Ausfuhrabgabenbetrags.
- EErmächtigter Ausführer
- Ein ermächtigter Ausführer darf im Rahmen einer zollamtlichen Bewilligung und der jeweiligen Präferenzregelung Ursprungserklärungen auch oberhalb der sonst geltenden Wertgrenze ausfertigen. Bei vielen Abkommen können andere Ausführer eine Ursprungserklärung bis zu einem Wert von 6.000 Euro an Ursprungserzeugnissen je Sendung ausfertigen. Maßgeblich ist nicht pauschal der gesamte Rechnungsbetrag. Nachweisform, Wertgrenze und erforderlicher Status richten sich nach dem jeweiligen Abkommen; teilweise ist beispielsweise die Registrierung als REX erforderlich.
- EErstattung
- „Erstattung“ ist die Rückzahlung eines entrichteten Einfuhr- oder Ausfuhrabgabenbetrags.
- GGestellung
- „Gestellung“ ist die Mitteilung an die Zollbehörden, dass Waren bei der Zollstelle oder an einem anderen von den Zollbehörden bezeichneten oder zugelassenen Ort eingetroffen sind und für Zollkontrollen zur Verfügung stehen.
- NNichtunionswaren
- Nichtunionswaren sind Waren, die die Voraussetzungen für Unionswaren nicht erfüllen oder ihren zollrechtlichen Status als Unionswaren verloren haben.
- ÜÜberlassung
- „Überlassung von Waren“ ist die Handlung, durch die die Zollbehörden Waren für das Zollverfahren zur Verfügung stellen, in das die betreffenden Waren übergeführt werden.
- UUnionswaren
- „Unionswaren“ sind Waren, die a) im Zollgebiet der Union vollständig gewonnen oder hergestellt wurden und bei deren Herstellung keine aus Ländern oder Gebieten außerhalb des Zollgebiets der Union eingeführten Waren verwendet wurden, b) aus Ländern oder Gebieten außerhalb des Zollgebiets der Union in dieses Gebiet verbracht und zum zollrechtlich freien Verkehr überlassen wurden, c) im Zollgebiet der Union entweder ausschließlich aus Waren nach Buchstabe b oder aus Waren nach den Buchstaben a und b gewonnen oder hergestellt wurden.
- VVeredelungsvorgänge
- Als „Veredelungsvorgänge“ gelten a) die Bearbeitung von Waren einschließlich der Montage, der Zusammensetzung und des Anbringens an andere Waren, b) die Verarbeitung von Waren, c) die Zerstörung von Waren, d) die Ausbesserung von Waren einschließlich ihrer Instandsetzung und Regulierung, e) die Verwendung von Waren, die nicht in die Veredelungserzeugnisse eingehen, sondern die Herstellung der Veredelungserzeugnisse ermöglichen oder erleichtern, selbst wenn sie hierbei vollständig oder teilweise verbraucht werden (Produktionshilfsmittel).
- VVorübergehende Verwahrung
- „Vorübergehende Verwahrung“ ist das vorübergehende Lagern von Nichtunionswaren unter zollamtlicher Überwachung in dem Zeitraum zwischen ihrer Gestellung und ihrer Überführung in ein Zollverfahren oder ihrer Wiederausfuhr.
- WWirtschaftsbeteiligter
- „Wirtschaftsbeteiligter“ ist eine Person, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mit Tätigkeiten befasst ist, die durch die zollrechtlichen Vorschriften abgedeckt sind.
- ZZollamtliche Überwachung
- Die „zollamtliche Überwachung“ besteht aus allgemeinen Maßnahmen der Zollbehörden mit dem Ziel, die Einhaltung der zollrechtlichen Vorschriften und gegebenenfalls der sonstigen Vorschriften zu gewährleisten, die für Waren gelten, die solchen Maßnahmen unterliegen.
- ZZollanmeldung
- „Zollanmeldung“ ist die Handlung, durch die eine Person in der vorgeschriebenen Art und Weise die Absicht bekundet, Waren in ein bestimmtes Zollverfahren überzuführen, gegebenenfalls unter Angabe der dafür in Anspruch zu nehmenden besonderen Regelung.
- ZZollrechtlicher Status
- „Zollrechtlicher Status“ ist der Status von Waren als Unionswaren oder Nichtunionswaren.
- ZZollschuld
- „Zollschuld“ ist die Verpflichtung einer Person, den aufgrund der geltenden zollrechtlichen Vorschriften für eine bestimmte Ware vorgesehenen Betrag der Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben zu entrichten.
- ZZollschuldner
- „Zollschuldner“ ist eine zur Erfüllung der Zollschuld verpflichtete Person.
- ZZollverfahren
- „Zollverfahren“ sind die folgenden Verfahren, in die Waren nach dem Zollkodex übergeführt werden können: a) Überlassung zum zollrechtlich freien Verkehr, b) besondere Verfahren, c) Ausfuhr.
- ZZollvertreter
- „Zollvertreter“ ist jede Person, die von einer anderen Person dazu bestellt wurde, für deren Geschäftsverkehr mit den Zollbehörden die Handlungen vorzunehmen und Formalitäten zu erfüllen, die im Rahmen der zollrechtlichen Vorschriften erforderlich sind.
Einzelne Regelungen, insbesondere Präferenznachweise, hängen vom jeweiligen Abkommen ab.
Fachliche Grundlagen: Unionszollkodex, insbesondere Artikel 5 · EORI-Registrierung (BMF) · Ursprungserklärung (Zoll). Stand der Prüfung: 19.09.2026.